Basistarif

Der Begriff Basistarif ist in der Versicherungsbranche allgegenwärtig. Doch was bedeutet er überhaupt und was hat er mit uns Versicherten zu tun?

Der Basistarif ist ein Tarif in der Privaten Krankenkasse, der dem Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkasse nachempfunden wurde.

Die Einführung des Basistarifs resultiert aus den steigenden Beitragssätzen für privat versicherte Menschen. Der monatliche Beitrag dieser abgespeckten, der gesetzlichen Leistung nachempfundener Tarifklasse, entspricht dem Höchstsatz in der gesetzlichen Krankenkasse. Dieser Höchstbeitrag liegt seit dem 01.01.2013 bei 610,31€.

Kontrahierungspflicht für Versicherer

Für die privaten Krankenversicherungen besteht beim Basistarif eine Kontrahierungspflicht, was bedeutet, dass sie interessierte Kunden versichern müssen, selbst wenn Vorerkrankungen vorliegen. Auch eine zusätzliche Risiko, respektive Ausfallprämie kann im Basistarif von den privaten Versicherern nicht verlangt werden.

Dies grämt Versicherer natürlich, denn anders als im Solidarprinzip der gesetzlichen Kassen möchten private Versicherer Gewinne einfahren. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass private Krankenkassen bereits erkrankte Menschen nicht aufnehmen, oder in sehr teure Tarife stecken, um das Risiko auszugleichen. Gerade im Alter sind diese immensen Beiträge oft nicht mehr zu stemmen, Altersarmut droht. Der Schritt in den Basistarif ist oft der letzte Ausweg aus dem finanziellen Totalschaden.

Beitragsbemessung

Für Selbstständige, die sich privat versichern müssen, kann der Basistarif eine Rettung aus der Kostenfalle darstellen. Obwohl in der gesetzlichen Krankenversicherung die Höhe der monatlichen Abgabe der Rentenversicherung abhängig vom Einkommen ist, müssen diese dann im Regelfall den GKV-Höchstsatz zahlen.

Oft sind die monatlichen Beiträge dann aber verhältnismäßig günstig verglichen mit den monatlichen Beitragssätzen, die vorher fällig waren. Natürlich sollte aber vor dem Wechsel der Tarif genau analysiert werden. Für junge und gesunde Menschen kann der Basistarif durchaus teurer sein als ein Standard-Tarif.

Ablehnung von Patienten im Basistarif

Der Seniorenverband des öffentlichen Dienstes Baden-Württemberg hat 2011 über Ablehnung von Patienten mit dem Status des Basistarifs berichtet. Oft wurden außerdem Nachfragen angestellt, ob der versicherte nun gesetzlich- oder privat versichert sei. Dabei wurden dann nach der Aufklärung, dass es sich hierbei um einen Sondertarif der PKV handelt, zu hohe GOÄ (Gebührenordnungs Sätze für Ärzte) verlangt. Der 2,3 fache Gebührensatz (=Schwellenwert) wurde abgerechnet, was den – für Versicherte mit dem Basistarif vorgeschriebene – Gebührensatz von 1,2 nicht unerheblich übersteigt. Die Mehrkosten mussten mehrheitlich von den Versicherten übernommen werden.

Die aufgezeigten Beispiele illustrieren deutlich, dass durch den Basistarif einerseits die privilegierte Behandlung durch behandelnde Ärzte nicht vollständig gegeben ist. Andererseits kann der Basistarif die gesetzliche Krankenversicherung nicht ersetzen. Wer im Alter noch wechseln kann, sollte in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Nicht zuletzt auf Grund von jährlich steigender Beiträge, auch im Basistarif.